| Puppenherstellung
in Mönchröden und Gründung der Puppenfabrik Edmund Knoch
Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete sich verstärkt die Puppenherstellung in Mönchröden bei Coburg, heute ein Stadtteil von Rödental. In Huckelkörben holten die Heimarbeiter von den Auftraggebern aus der Weltspielzeugstadt Sonneberg das Material ab. Meist nach Wochenfrist wurden die fertig gestellten Puppenteile abgeliefert und entlohnt. Meist waren die Wohnstuben der Heimarbeiter gleichzeitig deren Werkstatt.
Die erste Puppenfabrik in Mönchröden wurde im Oktober/November 1896 von dem 1866
geborenen Buchhalter Edmund Knoch und seiner ein Jahr jüngeren Frau Emilie, geb.
Lipfert, gegründet.
Sie arbeiteten im Haus ihres Vaters, Rothinestr. 33, in nur einem Raum. Bald wurde es dort zu klein,
und sie zogen in das Haus Rothinestr. 7 um. Zur gleichen Zeit wurde ein kleines
Lager angemietet.
Im Jahre 1908 folgte ein weiterer Umzug in ihr eigenes Fabrik-Gebäude, in Lange Wiesen 6, welches
heute noch existiert.
Zu Beginn produzierten sie kleine Porzellanpuppen, Pappmaché-Puppen und Puppen mit Stoffkörper, die mit
Holzwolle gestopft wurden.
Alle diese Puppen hatten Porzellan-Köpfe, meist mit der Markierung "A.M." für Armand Marseille,
Köppelsdorf, dessen Name und Modelle weltberühmt sind.
Der erste große Erfolg der Firma Edmund Knoch waren die kleinen Prinzess-Puppen, die meist über
Exporteure in Hamburg verkauft wurden. Daneben waren die Exporteure in
Sonneberg, der ältesten Spielzeugstadt der Welt, ihre großen Kunden.
Während des ersten Weltkrieges wurde die Puppen-Produktion eingestellt, die Beschäftigten wurden
zur Fertigung von Geschoßkörben herangezogen. Danach mussten die Verbindungen zu
den Spielzeug-Händlern neu aufgebaut werden.
Die Firma Knoch gründete Kontakte zu Kunden in Großbritannien, Argentinien, in der Schweiz und
in Schweden. In London, Glasgow, Buenos Aires, Zug und Stockholm, später auch in
New York und Los Angeles, wurden eigene Musterzimmer errichtet. Seit 1921
stellte Edmund Knoch seine Produkte zweimal jährlich in Leipzig und mehrmals
auch auf der St. Eriks-Messe in Stockholm aus. Zu dieser Zeit wurden 70 % der
Produktion exportiert.
Tod des Gründers -
Übernahme durch Otto Knoch
Nachdem Edmund Knoch
1934 starb, übernahm sein 1895 geborener Sohn Otto die Firma und führte das
Geschäft zusammen mit seiner Mutter weiter. Zu dieser Zeit hatte die Firma Knoch 30 Arbeiter und Heimarbeiter.
Während des zweiten Weltkrieges wurde die Puppenherstellung erneut für einige Jahre eingestellt, während dessen wurden Uniformen in der Fabrik genäht.
Nach diesem Krieg wurde die Puppenproduktion von Otto Knoch und seiner 1910 geborenen Frau Helga, geb. Hutschgau, (sie heirateten in 1935) erneut wieder aufgenommen. Ihr Warenzeichen waren die Buchstaben "E.K." mit einer Krone darüber.
Während bis 1948 die Lieferungen meist über die Sonneberger Großhändler und Exporteure erfolgte,
mussten im Zuge der Teilung Deutschlands, mit der auch die über Jahrzehnte
gewachsenen Handelswege abrissen, neue Vertriebskanäle aufgebaut werden.
Mit der wachsenden Bedeutung Mönchrödens in der Puppenfertigung - hier
entstanden 1910 die Puppenfirmen E. Maar & Sohn, 1920 Drei-M und 1931 die Firma
Zapf - erhielt der Ort den Beinamen „Bayrisches Puppendorf“, heute heißt
Rödental die „Stadt der Keramik und der Puppen“.
Die Materialien wechselten über die Jahre von Drückermasse, Pappmaché, Gußmasse, Porzellan und
Gummi in Hartplastik und Vinyl, welches nun das klassische Material für die
Puppenherstellung ist.
Als Helga Knoch 1975 starb, beschloss Otto Knoch sich zur Ruhe zu setzen, da sein einziger Sohn
Lothar, der Rechtsanwalt geworden war, nicht am Puppengeschäft interessiert war.
Otto Knoch verstarb 1985. weiter ... |